Dynamo Dresden und Polizei ziehen nach Ost-Derby überwiegend positives Fazit
Dresden. Nach dem Unentschieden gegen den FC Hansa Rostock zieht Dynamo Dresden ein überwiegend positives Fazit. Mit Blick auf die aufwändige Organisation des Spiels mit insgesamt 29.907 Zuschauern sei die Veranstaltung nach Plan verlaufen, teilte Dynamo mit. Als alleinigen Wehrmutstropfen bezeichneten die Veranstalter den massiven Einsatz von Pyrotechnik im Gästeblock. Zwar war der Großteil der 2400 Gäste aus Rostock friedlich, einige Anhänger sorgten jedoch mit Leuchtfeuern, Böllern und Raketen für einen verspäteten Spielanfang.

Die Organisatoren richteten einen besonderen Dank an die Fans im K-Block und die „Ultras Dynamo“. Mit ihrer Choreographie und der lautstarken Unterstützung hätten sie ein gutes Beispiel gegeben, wie man bei einem brisanten Spiel für Atmosphäre sorgt. „Wir haben erfreut zur Kenntnis genommen, dass alle im Vorfeld getroffenen Absprachen eingehalten wurden und wir uns auf die aktiven Fans verlassen konnten. Sie haben sich nicht provozieren lassen und damit unterstrichen, dass sie in Sachen Einfallsreichtum und Lautstärke das Duell auf den Rängen gewonnen haben“, kommentierte Hauptgeschäftsführer Volker Oppitz die Stimmung vom Samstag.

Die Polizei zieht nach dem Derby ebenfalls ein positives Fazit. Es kam nicht zu den gefürchteten Ausschreitungen, jedoch war das Abbrennen der Pyrotechnik ein Ärgernis für die Beamten. Von 14 Personen im Gästeblock konnten die Beamten in diesem Zusammenhang die Identität ermitteln und Ermittlungsverfahren einleiten.

Einige Zwischenfälle außerhalb des Stadions gab es allerdings. Ein Bus und ein Auto gegnerischer Fans stießen aus bislang ungeklärter Ursache zusammen. 13 Personen wurden bei dem Unfall vorläufig festgenommen. Laut Polizei dauern die Ermittlungen zu diesem Zwischenfall an.

An der Parkstraße nahmen Polizisten einen 29-jährigen Gästefan wegen gefährlicher Körperverletzung fest. Er hatte Einsatzkräfte mit einer Glasflasche beworfen. Ein alkoholisierter Anhänger (19) von Dynamo Dresden wurde nach einer Beleidigung in Gewahrsam genommen. Ein Rostockanhänger muss sich wegen Körperverletzung verantworten. Er hatte Polizisten mit der Faust geschlagen.

Nach dem Spiel zündeten Dresdner Anhänger im Stadtgebiet Feuerwerkskörper. Auf der Prager Straße wurden von 17 Dresdner Anhängern die Personalien aufgenommen. Insgesamt waren mehr als tausend Einsatzkräfte aus Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Bundespolizei vor Ort.

Hansa Rostock will auf die erneuten Ausschreitungen von einigen seiner Fans umgehend reagieren. „Wir werden uns am Montag zusammensetzen und beraten, was wir noch dagegen tun können“, sagte Vorstandschef Bernd Hofmann am Sonntag und kündigte im NDR an, auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zuzugehen. „Wir werden von uns aus einen Vorschlag unterbreiten, wie die Strafe aussehen soll“, betonte der 41-Jährige.

Die Rostocker waren vom DFB erst in der vorvergangenen Woche wegen ähnlicher Vorfälle in vorangegangen Auswärtspartien zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden. Zukünftige Vorkommnisse könnten zu einer Platzsperre, einem Teilausschluss der Öffentlichkeit oder einer Spielansetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit führen, hatte der DFB in dem Urteil angekündigt.

© DNN-Online, 25.10.2010, 10:47 Uhr

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